Schöner leben mit Lloyd!

Pinnwand

Lagerstammtisch in Nottuln am 14.10.2017

 

Lloyd Days 2018 - Jahrestreffen der Lloyd-Freunde IG e.V. vom 10.-13.05.2018

Fahrt zum Nordkap(Teil 1)

Den folgenden, insgesamt dreiteiligen Bericht haben wir diversen Heften unserer Clubzeitschrift "Fahr mit Lloyd" des Jahrgangs Ausgabe 2000 entnommen. 

Vielen Dank an den Autor.

 

Und hier der Erlebnisbericht:

 

 

Vorwort


Es nahmen  diverse Lloyd LP 600 sowie Alexander TS und ein LT600 an der Fahrt teil.

 

Wir wollten dabei keine Rekorde aufstellen - der Spaß an der Fahrt und an den Fahrzeugen sollte im Vordergrund stehen.

Durchgeführt wurde diese Tour sowohl von Lloyd- Freunden aus Deutschland, wie auch aus Dänemark.


Gesamt wurde eine Fahrtstrecke von ca. 5.000 km zurückgelegt. Dem Material wurde dabei sehr viel abverlangt.


Weil Mensch und Material auf solch einer Tour auch einmal der Pflege bedurften, hatten wir auch einige Ruhetage eingeplant.

 

 

Endlich ist es soweit

Endlich, der Tag der Abfahrt. Nachdem man die Lieben verabschiedet hatte, die erste Fahrtstrecke. 


Der erste Versuch war dann auch nach einigen Kilometern bereits gestoppt. Die neu eingebaute elektronische Zündung und der Alexander verstanden sich nicht so richtig. Er äußerte sein Mißbehagen dann auch in diversen Zündaussetzern.


Nun ja, schnell auf die Original Zündung umgebaut, und weiter gehts. Der Plan sah vor, daß ich  über Alsen (Fynshav) fahre, dort die Fähre nehme und mich dann bei Köge mit der Hauptgruppe treffe. 
In Fynshav angekommen kam die nächste "Freude". Die Fähre legt nur alle zwei Stunden ab. Also statt 20 Minuten Wartezeit eine gute Stunde Pause. Der Zeitplan wurde langsam enger.

 

Um 10.00 wurde dann auch pünktlich abgelegt. Nach 40 Minuten Fahrtzeit ging es dann weiter über die neue Brücke nach Seeland. Die Gruppe hatte gewartet, und so konnten wir uns dann bei Köge um 13.00 treffen.

Weiter gings zur ersten Raststelle. Erst einmal etwas für das leibliche Wohl tun.
Danach weiter Richtung Helsingör. 20 km vor Helsingör bekam Walters Alexander dann Blähungen und wurde immer langsamer. Nach einem Halt auf der Stadtautobahn vor Kopenhagen, wo festgestellt wurde, daß eine Zündkerzenfassung ausgerissen war, und einem Versuch sie zu reparieren, kam dann die Ruhepause für Walters Auto. - Es ging nichts mehr.
Also, Auto auf  Trailer, Anhänger hinter Uwes Alexander, Fahrer und Beifahrerin umgeladen, und weiter.

 

Nach dem Übersetzen nach Helsingborg fanden wir relativ schnell auch den Campingplatz. Eine Ansammlung von 6 LLOYDs mit Anhängern, bzw Wohnwagen löste auch hier einiges Erstaunen aus.

 

 

Angekommen, Wohnwagen, Zelt oder Scholz Brüderchen aufgebaut, und schon fing Walter an zu schrauben. Der Zylinderkopf muß heute noch raus. 

Morgen ist erst einmal ein Ruhetag, an dem alle Fahrzeuge einmal durchgesehen werden können.

Fahrtstrecke Helsingborg Gränna

 

Das Wetter war nicht besonders. Deshalb beschlossen wir, die nächste Fahrtstrecke von 500 km auf zwei Tage aufzuteilen, und heute schon loszufahren. 

 

In Laganland wurde Mittagspause gemacht.

 

 

 

 

Danach besuchten wir ein Automobilmuseum mit Souvenirshop für Elchfreunde.

 

 

 

Viele schöne alte Automodelle von Horch, Opel, Ford, Jaguar u.a. waren ausgestellt.

 

 

Und weiter gings Richtung Gränna am Vätternsee.


Dort angekommen wurde bei schönem Wetter aufgebaut.

 

 

Danach gab es dann das wohlverdiente Abendessen. Aus Campingtischen eine lange Tafel gemacht, jeder schleppte ran, was vorrätig war, und dann wurde geschlemmt.

Die Ruhe hielt nicht sehr lange. Obwohl wir an einer entlegenen Stelle des Platzes aufgebaut hatte, begann die Völkerwanderung. Die nächsten Stunden waren angefüllt mit vielen Gesprächen über die LLOYDs und ihre Geschichte.

Fahrtstrecke Gränna - Malmköping

 

Um 7.00 war Wecken und 8.00 Frühstück. Wir hatten uns vorgenommen, um 9.00 aufzubrechen. Glücklicherweise lies der Wolkenbruch, der um 5.00 begonnen hatte, langsam nach.So hatten wir die Möglichkeit abzubauen und, auch wenn die Zeltplanen naß waren, sie einigermaßen zu verstauen.

 

 

 

Dann ging es los. Die Fahrzeuge liefen super. Mittags gab es eine kurze Pause (es regnete nur leicht).

Und weiter Richtung Malmköping, wo wir um 16.00 eintragen.
Leider war an Aubauen nicht zu denken. Es gab einen Regenguß nach dem Anderen. So beschlossen wir, erst einmal mit der Museumsbahn zu fahren, und das hiesige Bus- und Straßenbahnmuseum zu besuchen.

 

Danach war es möglich, zwischen zwei Gewitterschauern, die Fahrzeuge aufzubauen.

Fahrtstrecke Ruhetag

Heute traf es meinen LLOYD. Er hatte sich Gestern schon beim Einlenken ständig geschüttelt, und in der Lenkung gerüttelt.
Als wir es dann überprüften, zeigte sich, daß das rechte Kreuzgelenk zu viel Spiel hatte.


Das Wetter war warm, also kurzerhand den LLOYD hochgebockt, Rad abgenommen, und die Spezialisten machten sich an die Arbeit. Für mich als Neuling gab es mal wieder eine Lehrstunde in Fahrwerks- und Kraftübertragungskunde.

 

 

Nach der Reparatur trafen wir die LLOYD Freunde aus Dänemark zu einer Ausfahrt. Schließlich ist dies ein Ruhetag, den man nicht tatenlos verstreichen lassen darf.

 

 

 

Deshalb ging es in das 50 km entfernte Mariefred, wo wir das Königsschloß Gripsholm besuchten

 

 

 

Danach noch ein Eis, mit anschließender Fütterung der hiesigen Dohlen, wie man sieht ohne Berührungsängste.

 

 

Die Stimmung ist glänzend, speziell, weil das Wetter langsam besser wird. Deshalb ist heute Abend Grillen eingeplant.

Fahrtstrecke Malmköping - Sundsvall

 

 

 

 

Alles schläft in einen anstrengenden Fahrttag hinein....

Heute war eine Strecke von ca. 450 km geplant. Um 9.00 Uhr war Abfahrt. Bis zur nächsten Kreuzung. Dann hatte es Dietmars LLOYD erwischt. Eine Kerze hatte sich samt Gewinde selbständig gemacht, und versuchte eigene Wege zu gehen. Der dazugehörige Zylinder war dann der Meinung, nicht mehr arbeiten zu müssen. 

 

Dank des Servicefahrzeuges und Uwes Hilfe wurde schnell ein Gewindeeinsatz eingedreht, und die Fahrt konnte weitergehen.
Bei der ersten Pause wurde dann der Übeltäter noch einmal überprüft.

Dort wartete auch ein schwedischer LLOYD Freund auf uns, um einige Fotos zu machen, und uns viel Glück zu wünschen.

 

 

 

Weiter ging die Fahrt nach Gävle, um das Eisenbahnmuseum zu besuchen.

 

 

 

 

Es gibt dort viele schöne Originalloks und Wagen.

Auf dem Weg nach Sundsvall machten wir Halt in einer Stadt, um Geld zu wechseln. Die Karawane sorgte sofort für Aufsehen, und besonders ein älterer Herr, der früher selbst einen Alexander gefahren hatte, konnte sich kaum noch losreissen.

 

 

 

 

 

Und weiter geht die Fahrt.....

 

 

 

 

Bis nach Sundsvall, wo erst einmal aufgebaut wird. 

Hier direkt am Wasser ist es zwar etwas kühl, aber der Blick auf den See entschädigt dafür.

Fahrtstrecke Sundsvall - Anäset

 

 

 

 

Still ruht der See in Sundsvall..

 

 

 

 

Aber plötzlich bricht hektische Aktivität aus. 

 

Heute wollen wir nach Anäset an der E4, nördlich von Umea. Von dort sind es dann nur noch 350 Kilometer bis zum Polarkreis.
Das Wetter ist gut und steigert sich von 11 Grad auf bis zu 17 Grad.

 

 

 

An einer großen Brücke wird erst einmal gerastet und die Gegend betrachtet. Schweden ist hier besonders schön.

 

 

 

 

Und weiter gehts an schönen Seen vorbei.

Die Kolonne rollt zweispurig und zügig gen Norden.
Mittagessen gab es in Husum (gibt es hier wirklich) und meine Kamera war der Meinung, testen zu müssen, ob die Erdanziehung hier genauso stark ist, wie in Deutschland - Leider war sie es.

Nach dem Aufbau zeigte sich, daß auch Filigranarbeiten, wie das Reparieren einer elektronischen Kamera mit genügend Händen möglich ist. Deshalb hier noch ein Bild von unserem Campingplatz in Anäset.

Die Stimmung ist weiterhin gut, und die mitgebrachten Vorräte scheinen nicht weniger zu werden.
Die LLOYDs laufen prima und zeigen, daß die Motoren mit 5,5 bis 8 Liter (je nach Anhänger) auskommen können.

Fahrtstrecke Ruhetag

Heute war Ausruhen eingeplant. Am Morgen wurde spät aufgestanden (8.00) und dann ausgiebig gefrühstückt.

Dann begann der Ernst des Tages. Autos aufklaren und durchsehen. Auch unsere LLOYDs mögen ab und zu ein wenig Öl.
Danach überprüfen, ob noch alle Schrauben festsitzen, und ob die Zündkerzen noch sauber sind......

 

 

 

 

 

 

 

Wer nichts zu tun hatte, oder schon fertig war, frönte dem süßen Nichtstun.

 

 

 

Gegen Mittag ging es dann in das Freibad. Wassertemperaturen von 23 Grad lockten  zum Baden.

 

Auch für wichtige Erhaltungs- und Pflegearbeiten an den Mitreisenden war genug Zeit.

 

Bei strahlend blauem Himmel war dies bis jetzt der schönste Tag.

Fahrtstrecke Anäset - Tervola

(Dieser Tag hätte auch als Freitag der 13. in die Geschichte eingehen können.)

 

Ein schöner Tag auf dem Campingplatz von Anäset beginnt.

 

 

 

Roswitha hält den Schlagbaum hoch, damit alle LLOYD-Freunde weiterfahren können.

Alles lief perfekt bis zum ersten Tankstop nach 66 Kilometern.
Dann, nachdem alle wieder gestartet waren, kam das Wohnmobil nicht nach.
Über Funk hörten wir, daß das Wohnmobil wieder zur Tankstelle zurückgeschoben werden mußte, und daß ein Zahnriemen gerissen ist.
Also wieder zurück und den Schaden begutachten. Es war jetzte 10.00 Uhr.

Viele Telefongespräche des Tankstellenpersonals mit diversen Werkstätten schlossen sich an. Die allgemeine Aussage war: Dieses Wochenende ist ein Fest, und wir haben zuviel zu tun.

 

Auch Telefongespräche mit dem ADAC brachten keine richtige Hilfe.

 

 

 

 

 

 

Pause

Daraufhin schnappten Uwe und ich uns seinen LLOYD und fuhren zu einer Citroen Werkstatt. Dort hatte man zwar keine freie Bühne, verwies uns aber an eine andere Werkstatt, wo ein Mechaniker arbeite, der früher bei Citroen war, und deshalb das Fahrzeug kennt.
Gesagt, getan, und weiter gings. Dort angekommen kostete es einige Überredung, den Termin für eine sofortige Reparatur zu bekommen, da laut Ausssage in 90 Prozent der Fälle die Stößelstangen verbiegen, und man zwar einen Zahnriemen, aber keine Stößelstangen hätte.

 

Das nächste Problem war der Transport. Ein Fahrzeug war nicht frei, und der Abschleppunternehmer sollte umgerechnet 200.- DM kosten. Also die Entscheidung, der Alexander zeigt was er kann. Die Schleppfahrt über die 2 km lief etwas zäh, aber erfolgreich.

Stößelstangen vorher 

Stößelstangen nachher

 

 

 

 

 

die wartende Bevölkerung macht Picknick 

Die Gruppe war schon 30 Minuten vor Reparaturende aufgebrochen. Nachdem die Bezahlung der Reparatur geregelt war, fuhren wir so schnell wie möglich hinterher. Jetzt um 16.00 hatten wir insgesamt 6 Stunden verloren.

Kurz nachdem wir die Gruppe gefunden hatten, war noch einmal mein Alexander dran. Plötzlich bekam er Zündaussetzer und dann war auf einem Zylinder keine Kompression mehr.

Also auf den Trailer geladen, und er konnte sich die letzten 50 km ausruhen.

 

 

 

Kaum waren die Wohnwagen aufgebaut, wurden Vergaser und Zylinderkopf abgebaut, um den Schaden zu finden.

 

 

 

Ein Ventil war soweit abgebrannt, daß der Zylinder keine Kompression mehr hatte.

Bis 00.30 wurde noch am LLOYD geschraubt und gegen die Schwärme von Mücken gekämpft, dann fielen alle ins Bett, um ein wenig auszuruhen.

 

Das Ende eines gebrauchten Tages. 

Fahrtstrecke Tervola - Ivola

 

 

 

 

Während der Campingplatz langsam erwacht..

...schraubt Walter die letzten Teile an.

 

Danach gings los. Bis nach Rovaniemi, wo erst einmal ein Geldautomat gesucht wurde, um einige Finnmark zu bekommen.
Die Automaten haben hier ein Eigenleben. Kaum einer funktioniert.

 

 

 

Danach die letzten Kilometer bis zum Polarkreis.

 

 

 

 

 

Hier wurde speziell für Touristen ein Zentrum für Nippes geschaffen.

 

und weiter Richtung Ivola

Auf der Strecke weitere Andenkenläden. Teilweise sehr nett aufgebaut.

 

 

 

Wie man sieht, hat auch hier die neue Zeit schon Einzug gehalten.  

Mein LLOYD hatte schon seit einiger Zeit die Ventile des reparierten Zylinders rasseln lassen. Jetzt, 50 km vor dem Ziel war er der Meinung, für Heute ist Feierabend. Also durfte er den Rest der Tagesetappe auf dem Trailer mitfahren.
Ich hoffe, er gewöhnt sich nicht an den Zustand.

 

 

 

Dann ging es durch Ivola zum Campingplatz. Man sieht, daß Murmansk nicht sehr weit entfernt ist.

Auf dem Campingplatz ging der Ärger mit den Mücken dann weiter.

Nach dem Aufbauen haben wir uns entschieden, den morgigen Ruhetag nicht hier zu verbringen, wo man ständig von einer Wolke von Mücken umgeben ist. Stattdessen werden wir mein Auto auf dem Trailer mitnehmen und Übermorgen am verschobenen Ruhetag in Norwegen reparieren.

 

Weiter zum (Teil 2)